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Martin Strele

Mitgründer & Obmann des Vereins Bodenfreiheit | Mit-Initiator regionaler Initiativen wie Klimakampagne Vorarlberg, Welthaus, Kairos
Warum wir jetzt Stammtische brauchen – und weniger Konferenzen

▶️ 📹🌱

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Interview
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Darum geht's in diesem Gespräch

Martin Strele beweist: Echter Wandel entsteht durch unternehmerischen Mut und konkretes Tun – nicht durch Petitionen. Als er und sein Partner 500 Elektrofahrräder auf eigenes Risiko kauften – ohne sicher zu wissen, ob sie sie verkaufen könnten –, verpfändeten sie dafür sogar ihre eigenen Wohnungen. „Wenn das nicht geklappt hätte, säßen wir heute nicht hier“, sagt er. Doch es klappte: Sie wurden zum damals größten Pedelec-Kunden Europas.

Als „freies Radikal“ packt er Probleme an der Wurzel an – ob beim Kauf von Gehrechten, um Flächen zu retten, oder mit Kochkursen, die Klimaschutz „nebenbei“ vermitteln. Sein Geheimnis? „Menschen müssen spüren, dass sie selbst etwas tun können.“ Statt in Ohnmacht zu verfallen, setzt er auf Selbstwirksamkeit.

Seine Vision? Bis 2076 soll in Vorarlberg kein privates Grundeigentum mehr existieren – stattdessen eine Stiftung, die Nutzungsrechte vergibt. Doch der Weg dorthin ist pragmatisch: „Wir schaffen Fakten – nicht durch Forderungen, sondern durch Taten.“ 

Seine Botschaft ist klar: Handeln ist besser als Reden. Und gemeinsam geht es leichter. Ein Gespräch, das Mut macht – und Lust, selbst aktiv zu werden.

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Biografie

Wieviel passt in einen Tag? Nach Maßstäben von Martin Strele ungeheuer viel – er ist umtriebiger Unternehmer und Aktivist gleichermaßen.

Mit seinem Unternehmen KAIROS, das Martin gemeinsam mit einem Partner vor gut 20 Jahren gegründet hat, geht er ins unternehmerische Risiko und entwickelt Prototypen für gesellschaftspolitische Themenstellungen. So zeigt er, was alles möglich ist und gewinnt dann Partner:innen für die Umsetzung in der Breite.

Die Bandbreite ist vielfältig: Mobilität, Klimaschutz, Nachhaltige Entwicklung, Raum- und Regionalentwicklung, Ländliche Entwicklung, Organisationsentwicklung und Erlebniskommunikation

Ein Beispiel: Vor vielen Jahren, als noch kaum jemand ein Elektrofahrrad hatte, erkannte Martin, dass E-Bikes eine echte ökologische Mobilitäts-Alternative sein können. Was tut Martin? Er kauft auf eigenes Risiko mehrere hundert E-Bikes, ohne noch Käufer:innen zu haben, verpfändet dafür seine eigene Wohnung und bringt sie nach Vorarlberg. Er ist damit zu der Zeit der größte Einkäufer für E-Bikes in Europa! Er verkauft die Fahrräder an die Vorarlberger Bevölkerung zu günstigen Konditionen und leistet damit Pionier-Arbeit in der regionalen E-Mobilität.

Egal ob Mobilität, Klimaschutz, Nachhaltige Entwicklung, Raum- und Regionalentwicklung oder ländliche Entwicklung – bei all seinen Projekten geht es ihm nicht um privaten Gewinn, sondern um den größten Nutzen fürs Gemeinwohl. Unternehmertum at its best!

Zum anderen ist da der Aktivismus – etwa für den Boden- und Flächenschutz in Vorarlberg. Als Reaktion auf die massive Bodenversiegelung, spekulative Widmungen und steigende Bodenpreise gründete er 2011 den Verein Bodenfreiheit. Der Verein schützt strategisch wichtige Flächen vor der Bebauung und findet dafür immer wieder kreative Wege. Und gerade in diesen Tagen startet eine neue Initiative zur Boden-Entsiegelung.

Organisationen zusammenbringen, damit sie gemeinsam mehr Wirkmacht entfalten, auch dafür setzt Martin sich ein. So hat er gemeinsam mit weiteren Aktivist:innen das Haus am Katzenturm initiiert, einen Dachverband von Umwelt-, Natur- und Klimaschutzorganisationen in Vorarlberg. Im Haus am Katzenturm laufen auch die Fäden der Vorarlberger Klimakampagne, unter deren Dach sich über 40 Initiativen zusammengeschlossen haben. Außerdem führt er die Geschäfte des Welthaus, ein Zusammenschluss sieben kirchlicher entwicklungspolitischer Organisationen.

Sein Motto: einfach machen!

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19 Comments
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Catrin
3 Monate zuvor

So schön, so schön im Mutmachen dieses Interview! 🙂 Danke.!

Mut, Weisheit, Gerechtigkeit und Mäßigung als Grundwerte um dann ins Tun zu kommen. Nicht zu lange nachdenken, wenn einem etwas wichtig ist, sondern einfach anfangen zu machen. Am besten mit anderen gemeinsam. Auch angeblich verrückten Ideen & Inspirationen folgen und viel experimentieren, erstmal im Kleinen und dann wenn es klappt ruhig größer werden. Und auch ganz wichtig: Freude haben dabei :), an der Selbstwirksamkeit und den neuen wichtigen Erkenntnissen die man dabei gewinnt. Für mich ein sehr lebendiger und sehr wertvoller Beitrag, den ich hier miterleben durfte.

Herzlichen Dank aus Berlin!!
Catrin

Anna Maria Michalski
3 Monate zuvor

So ein feiner Mensch! Danke, Martin, für diese lebendige Inspiration vom Herzen!

Sigrid Beck
2 Monate zuvor

Wunderbar, danke Martin !Es ist soo an der Zeit für all die “klugen “Menschen ,(die sich oft auch bei den Grünen tummeln,) die Nachhaltigkeit und all diese Themen nicht nur theoretisch und philosophisch zu erörtern und in Seminaren und Vorträgen, zu denen sowieso nur eine bestimmte Schicht geht, abgehoben daherzureden, sondern , wie Martin es z.B.mit dem Kochkurs schildert, endlich auch Menschen anspricht, einlädt, die sich theoretisch nicht mit all diesen Ideen auseinandersetzen.
Klein beginnen ,in Kontakt zu kommen und dadurch Verbindungen schaffen.
Mein kleines Beispiel :
Ich habe mich neulich zum erstenmal auf ein Gespräch mit einem obdachlosen Mann am Bahnhof eingelassen, ihn nach seinem Leben gefragt , wie er seine Wohnung verloren hat etc. Zuletzt gab ich ihm 30 Euro und : er bedankte sich nicht für das Geld, sondern für das lange Gespräch und sagte :
” MIR FEHLT AM MEISTEN, DASS NIEMAND MIT MIR REDEN WILL, VIELEN DANK, DAS HAT SO GUT GETAN, DASS SIE SICH FÜR MICH INTERESSIEREN.”

maria
3 Monate zuvor

Gänsehaut…. möchte sofort ins Tun kommen, und fühl mich lebendig und angstfrei und freudvoll erinnert, was das Leben ausmacht….für heute ist es mit dem Stammtisch schon ein bisschen spät😊aber ich träum mich mal hinein und schau was morgen dabei rauskommt, weil, wie Martin so schön sagt ich muss nichts können, ich mach nichts falsch, ich darf mal nur sein und spüren und schauen. was dabei rauskommt. Danke Martin, das ist so cool und so lustvoll, Mckinsey für das freie GemeinwohlRadikal. Ich bin mir sicher, Dein Beitrag trägt wunderbare kommunale Früchte

Maria

Dagmar
2 Monate zuvor

…”im Tun lernen” – grooooßartige Aussage …..wow, danke für dieses mich sehr beglückende Gespräch, wo ich mich mit meinen “kleinen” Anliegen wiederfinde…..schööööön…..

Martin
2 Monate zuvor

Martin’s letzter Spruch: “Wir sind für alle Schandtaten bereit…” spricht für seine Frische, Leidenschaft und das Brennen für neue Themen zum Gemeinwohl, Klima und Gemeinsamkeit.
Mut, Weisheit, Gerechtigkeit und Mäßigkeit und die Kraft der Veränderung der Welt zum Besseren von jedem Einzelnen von “unten” nach “oben”

Danke für das beeindruckende Interview …weiter so…da bin ich dabei.

Sabine
2 Monate zuvor

Was für ein sympathischer Mensch dieser Martin Strele!

Ich bin in voller Resonanz mit seiner bodenständigen und menschlichen Sicht auf uns Menschen und auf unser Tun.

Was ich hier vor allem mitnehme ist die Wichtigkeit von Fehlertoleranz, kleine Schritte zu gehen (“nicht gleich am offenen Herzen zu operieren”) und dass ein tieferes Verständnis durchs Tun kommt statt dadurch, dass man sich nur mit Theorieren und Wissen vollzustopft.

Martin Strele ist für mich ein prima Vorbild und ich danke für so viel wohltuende Authentizität und die Kraft des gesunden Menschenverstandes.
Ich hab das Gespräch sehr genossen und fühle mich hier besonders verbunden und am Platze.

DANKE!

Uli
3 Monate zuvor

Ja, das ist bei uns soooo wichtig, die Zersiedelung stoppen, Fläche schützen, keine sinnlosen Bodenversiegelungen
Daaaaanke dafür !!!!

Margret
3 Monate zuvor

So eine Oma sollte jede/r haben!!!

Lis
2 Monate zuvor
Antwort auf  Margret

sehr lustig – trifft komplett zu!!!

Barbara
3 Monate zuvor

Wunderbare Initiative, die Bodenfreiheit. So viel Energie Freude und Kreativität die da mitschwingt beim Erzählen. Danke für dieses Interview. Sehr viele Inspirationen 🙂

3 Monate zuvor

Danke was für ein erfrischendes Gespräch. Mut zum experimentieren und einfach machen. Sinnvolles umsetzen und mutig sein mit Lebensfreude herangehen.

Lis
2 Monate zuvor

Ein Hörvergnügen der anderen Art – so viel Mut und Weisheit und Gerechtigkeit und Mäßigung bei so viel coolem unterstatement – das so in sich vereinen zu können – chapeau, lieber Martin!!

Marion Herger
2 Monate zuvor

So inspirierend und gleichzeitig so bodenständig. Einfach nur wunderbar! Danke dir, lieber Martin! Herzliche Grüsse von der anderen Seite des Hohen Kastens ☺️ In Appenzell gibt es übrigens ein Quartier, dessen Boden der Korporation Stiftung Riedquartier gehört. Die Bewohner besitzen ein 100jähriges Nutzungs- und Bebauungsrecht. Kommt deiner Vision sehr ähnlich!

Ute
2 Monate zuvor

Danke für ‘s Mutmachen. Bei der Vision für 2076 musste ich weinen, vermutlich, weil Martin sich selber noch nicht vollends überzeugt hat! Danke, dass ihr weitermacht!

Magdalena
2 Monate zuvor

Sehr toll, diese Art des Anpackens und des Verantwortung Übernehmens löst weniger Widerstände aus, weil nicht protestiert wird gegen das Handeln Anderer und dann vom Anderen verlangt wird, dies zu ändern, sondern in Eigenverantwortung und mir eigenem Risiko vorgemacht wird, wie es gehen kann.
Magdalena

2 Monate zuvor

Beeindruckendes Interview: herzerwärmender Mensch, zeigt so einfach auf, wie wir in unserer Umgebung ins Handeln kommen können

Gabriele E.
2 Monate zuvor

Mit großer Freude zugehört
Danke

Karin
2 Monate zuvor

Super inspirierend, authentisch und weise…ich hätte damals doch den Mut fassen sollen und öfter mal im KAIROS Büro in der Nachbarschaft vorbeischauen sollen statt mich über die “Holzöpfel im Amt der V. Landesreg.” zu ärgern ….;-))))

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