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Charlotte von Wulffen und Johannes Wüllenweber
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Datenschutz-InfoDarum geht's in diesem Gespräch
Unser heutiges Wirtschaftssystem trennt uns – von der Natur, voneinander und von dem, was uns wirklich trägt. Charlotte von Wulffen und Johannes Wüllenweber zeigen einen anderen Weg: gemeinschaftsgetragenes Wirtschaften. Hier geht es nicht um anonymen Konsum oder Konkurrenz, sondern um Verantwortung, Vertrauen und echte Beziehungen.
Nicht nur solidarische Landwirtschaften – viele Betriebe können gemeinsam finanziert und gestaltet werden – ohne Ausbeutung, mit mehr Verbundenheit. Jeder Beitrag zählt, ob Zeit, Ideen oder Geld. Die Botschaft: Wir müssen die Welt nicht allein retten, aber wir können alle beitragen – und so Verantwortung für unsere regionale Versorgung übernehmen. Die Tools dafür gibt es schon. Es braucht nur den ersten Schritt.
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Biografie
Zwei junge Menschen, die ihr Wissen und Herzblut für den Wandel in unserer Wirtschaft einsetzen!
Über Charlotte:
Charlotte von Wulffen beschäftigt sich mit der Frage, wie Wirtschaft wir Wirtschaft so gestalten können, dass sie eine sozial-ökologische Transformation ermöglicht – ohne Menschen zu überfordern oder von permanentem Wachstum abhängig zu machen.
Charlotte forscht und arbeitet dazu an der Leuphana Universität und engagiert sich im CSX Netzwerk e.V., dem Netzwerk für gemeinschaftsgetragenes Wirtschaften, das Ansätze wie die Solidarische Landwirtschaft (Solawi) auf andere Wirtschaftsbereiche überträgt.
Über Johannes:
Tief im Herzen ist Johannes berührt von der Frage, wie wir Menschen in der westlichen Welt von Herrschenden zu Hütenden werden können.
Sein Mosaiksteinchen dafür: dazu beitragen, dass gemeinschaftsgetragenes Wirtschaften aus der Nische zu einer ernstzunehmenden Alternative wächst. Für ein bedürfnisorientiertes, nachhaltiges und gerechteres Wirtschaften, eingebettet in die Landschaft und das Netzwerk des Lebens.
Dazu baut er im Werra-Meißner-Kreis in Nordhessen die Kooperation der bestehenden Solawi- und gemeinschaftsgetragenen Betriebe mit auf und forscht ganz praktisch daran, wie es gelingen kann, dass aus einzelnen Initiativen regionale Versorgungsverbünde werden.
Mit einem Kreis von Engagierten im CSX Netzwerk gründet er aktuell die Stiftung Gemeinschaftsgetragen. Das Ziel: finanzielle Ressourcen mobiliseren, damit gemeinschaftsgetragene, regionale Versorgung zu einer echten Alternative wachsen kann.f
Mehr erfahren
» Kooperation der Solawi-Betriebe im Werra-Meißner-Kreis (im Aufbau)
» Die Website der Stiftung Gemeinschaftsgetragen befindet sich noch im Aufbau - bitte zu einem späteren Zeitpunkt mal im Netz danach forschen.
» Projekt SWITCH des Leibniz-Instituts für ökologische Raumentwicklung
fff
Materialien:
» Transformationsleitfaden des CSX Netzwerks
» Grundlagenpapier zum Thema „Gemeinschaftsgetragenes Unternehmertum"



Das Gespräch heute passte so wunderbar in einen Kontext, den ich vor wenigen Wochen mit der Biofach (Weltleitmesse für Bio-Lebensmittel) erleben durfte. Das Motto fort hieß dieses Jahr “Growing Tomorrow – Young Voices, Bold Visions”. Besonders berührt hat mich unter anderem die großartige Rede von Luisa Neubauer, die dort die von Generationen gemeinschaftlich getragenen Ideen der ökologischen Transformation, der Agrarwende, der Ernährungswende, der Energiewende, der Fridays for Future-Bewegung in den Mittelpunkt stellte und alle aufforderte weiter gemeinsam an diesen Transformationsfeldern zu arbeiten und zu einer lebenswerten Zukunft beizutragen.
Vielen Dank für dieses tolle Gespräch!
Liebe Grüße! Karin
Die Eröffnungsfeier mit der leicht gekürzten Rede von Luisa
https://youtu.be/Q1vaEk5XCH0?si=-Q4oa50OqBLZmMSY
Hallo Karin, Danke für deine bestärkende Rückmeldung dazu und die Inspiration von Luisa Neubauer!
Lieben Gruß,
Johannes
Das Gespräch war befreiend und inspirierend für mich, es macht Hoffnung für die Zukunft. Danke auch für die konkreten Beispiele. Gemeinwohldenken, gemeinsames Wirtschaften weg vom kapitalistischen Denken, menschliche Werte bekommen wieder einen Platz, da entsteht Sinn und die Möglichkeit für sinnhaftes Tun, das ist der Weg der so viel beschriebenen neuen Welt, vom Ich zum Wir. Auch wenn es im Konkreten nicht immer einfach ist und wir wirklich neu denken lernen dürfen, bin ich begeistert von den Gedanken und dem Tun dieser jungen Menschen. So schön, dass es immer mehr solcher Projekte gibt, dass von unten her Neues wächst! Nicht entmutigen lassen ;-)).
“Vom Ich zum Wir” – wunderbar zusammengefasst! Hier finden sich noch mehr Projekte zusammengefasst https://csx-netzwerk.de/beratung/#transformationsleitfaden
Danke Barbara, für deine Resonanz. Das wird für mich auch mehr und mehr zum Kern – vom Ich zum Wir, zum Beitrag und Getragen werden dürfen.
Mich hat Euer Gespräch auch sehr berührt und ein mir noch neueres Feld des „gemeinschaftsgetragenen Wirtschaftens“ ganz lebendig & praktisch näher gebracht – und zwar ans Herz.
Und irgendwie zog’s da mehrfach während des Gesprächs in mir. So ein, ‚ach das ist’s, was mir wirklich wichtig ist und so heißt das‘.
Eine „Haltung von wirklich gemeinsamer Fürsorge“ (inkl. Selbst-Fürsorge) und Verantwortung für eine lebens-werte Zukunft. Ausgehend von unser aller Bedürfnissen so rundum Beitragen & Getragensein.
Bin gleich noch einmal berührt – und irgendwie fühlt‘s sich ‚zuhausig‘ an.
Herzlichen Dank, liebe Lotti, lieber Johannes & liebe Hemma!
Danke für diese famose Gefühlsbeschreibung!
Wie schön, dass die Idee vom gemeinschaftsgetragenen Wirtschaften so bei dir landen konnte, Sophie. Ich kann gut anknüpfen an das, was du beschreibst, Danke für deine Worte dazu 🙂
Liebe Lotti, lieber Johannes und liebe Hemma!
Euer heutiger Beitrag hat mich sehr berührt und meine Hoffnung auf eine “gemeinwohl”-ige Zukunft im HIER und JETZT bestärkt und bestätigt. Herzlichen Dank und weiterhin gutes Gelingen. Ich bringe meinen Anteil vor Ort bei…
Hi Michael,
wie schön, Dich über diesen Weg wieder zu lesen! Vielen Dank!
Alles Gute für eure Buchladenprojekt, liebe Hemma!!! Jetzt kannst du gleich alles Gelernte ausprobieren – yeah! Super Interview – danke
Dieses Gespräch hat mich sehr ermutigt, müsste längst schlafen wollte alles hören.
An Lotti und Johannes einen großen DANK – für das Verknüpfen von klaren Erläuterungen, wo liegt der Schift, mit euren eigenen persönlichen Haltungen + Erfahrungen, dem Beschreiben dessen, was alles jetzt und hier möglich ist und der Freude die damit verbunden ist, diese neuen Wege zu gehen!! Das war toll … ich werde meiner Tochter davon berichten, sie ist beruflich noch am Suchen … Ermutigt und begeistert: Gute Nacht!!
Töchtern von CSX zu erzählen ist ein grandioser Anfang! Wir freuen uns auf dich und sie 🙂
Danke, sehr inspirierend und hoffnungsvoll. Ich bin gerade erst dazugestoßen…. Ich bin eG-Mitglied unserer SoLaWi in Landshut… Ich frage mich gerade, wo am besten anfangen, wenn alles noch Neuland ist…. Und die große Frage der Verbesserung der Finanzierung – meist kämpfen alternative Einrichtungen, dass sie sich finanziell tragen, und sind meist auf Sponsoren angewiesen… wie funktioniert das dann besser mit 2en? … Ich tauche hier natürlich gerne noch weiter ein… Herzlichen Dank und Gruß ans ganze Team. Ingrid
Hi Ingrid
Ja, dein Punkt mit der finanziellen Stabilität ist zentral! Und auch CSX sind immer wieder auf Drittmittel angewiesen, da gerade die Anfangsphase herausfordernd ist. Für mich ist CSX eben da ein guter Ansatzpunkt, um die Finanzierungslogik von alternativen Einrichtungen breiter aufzustellen und die Kraft der Gemeinschaft zu nutzen. Ideal wäre, wie Hannes beschreibt, eine Einbettung in CSX Verbundstrukturen und damit eine regionale, solidarische Absicherung.
Liebe Grüße
Hallo Ingrid, wie Lotti schon schreibt – die Herausforderung der stabilen Finanzierung taucht immer wieder auf, egal ob Solawi oder Mitgliederladen. Vielleicht als Inspiration für euch in Landshut, wenn ihr eure nächste Beitragsrunde macht, dieses Video von Heike Pourian: Beitragsrunde als Werkzeug für Solidarisches Wirtschaften. Da geht’s einerseits nochmal um die andere Logik im gemeinschaftsgetragenen Finanzieren und solidarischen Umgang mit Geld, andererseits auch ganz praktisch darum, welch große Spanne Beiträge eigentlich haben sollten, wenn wir die Einkommens- und Vermögensunterschiede in unserer Gesellschaft wirklich berücksichtigen wollen.
Viel Erfolg für dein Engagement!
Liebe Lotti lieber Johannes, Ich danke euch sehr für euren Bereichernden Beitrag. Ich glaube den Unterschied erkennen zu können, Zwischen euren idealen und Visionen und kommunistischen Ideen von zum Beispiel Karl Marx.
Wie meint ihr verhindern zu können, Das eine gemeinnützige Wirtschaft Nicht irgendwann von einem machtbesessenen Menschen missbraucht wird und es nicht zu einer Unzufriedenheit bei den einzelnen Mitgliedern kommt, Wenn sie unter Umständen bemerken, Dass sie immer mehr finanzieren als andere Mitglieder.
Eure Visionen decken sich ja sehr mit den Grundgedanken des Christentums. Aber auch da hat die Geschichte gelehrt, dass die Gemeinnützigkeit schnell umschlagen kann in Macht Strukturen.
Ich wünsche euch alles Gute und viel Standhaftigkeit und Fantasie für euer Vorhaben.
Maria
Liebe Maria,
das ist ein sehr wichtiger und zentraler Punkt! Und Machtmissbrauch oder auch Ausbeutung kann natürlich überall passieren. Insbesondere da, wo wir noch so sehr “im alten System” drin stecken und viele Abhängigkeiten da sind.
Was wir bei CSX versuchen, ist auf kultureller und struktureller Ebene Prinzipien aufzustellen, die eine Entmachtung von Einzelnen und folglich dann auch Neugestaltung von Wirtschaftsformen bewegen. Also keine zentralisierten Eigentums- oder Entscheidungsstrukturen. Und daher braucht es, sich immer wieder dem Verlernprozess hinzugeben und so Schritt für Schritt tatsächlich zu einer gemeinschaftsgetragenen Wirtschaftsweise zu kommen.
Was deinen Punkt mit der Ungerechtigkeit angeht, merke ich, dass für mich hier eine andere Frage zentral ist: Was heißt Solidarität und was sind unsere Bedürfnisse? Also weniger aus der vergleichenden Perspektive heraus (Was gebe ich und was geben andere?) hin zu einer gemeinsamen Möglichmachung. Viele der CSX tragen zum Beispiel anonym bei und versuchen auch eine genügend große Spreizung der Beiträge. Ich kenne zum Beispiel eine Solawi die monatliche Beiträge an der unterschiedlichen Einkommensverteilung festgemacht hat und damit eine Spreizung von 20-600 € monatlich drin hat.
Ich merke: Der Platz meiner Antwort hier ist begrenzt. Bücher, die ich dazu sehr empfehlen kann: “Wenn wir wieder wahrnehmen” von Heike Pourian oder auch der “Gemeinschaftskompass” von Eva Stützel.
Lotti
Habe gerade das Interview von Hemma mit Lotti und Johannes gehört. Mir geht das Herz auf wenn ich höre wieviel an der Basis schon am Wirken ist. So schön!
Wenn es auch scheint, dass gerade Schritte zurück gemacht werden, so finde ich, es ist wie “mit den Hufen scharren” und sich vorzubereiten, damit Riesenschritte nach vorn gemacht werden können. Herzlichen Dank dafür, es macht Mut.
Uns machen Eure Kommentare Mut! Danke!
Erfrischend, wie ihr so selbstverständlich und mit jugendlicher Zuversicht Dinge angeht!
Gibt mir Hoffnung für die Zukunft.
Schön, daß es so viele praktische Verwirklichungen schon gibt!
Die richtigen Fragen für Kulturwandel zu stellen…Gemeinsam etwas schaffen….Ich kann etwas beitragen ….soo viele wertvollen Impulse!
Ich brauche nur mehr Geduld !
Und Hemma, daß du zum Buchladen-Projekt gleich noch weitere Ideen hattest, was da noch entstehen könnte,- große Klasse!
Hallo Tanya, Danke für deine Resonanz und Bestärkung, das tut gut! Wenn bei dir mal ein konkretes gemeinschaftsgetragenes Projekt ansteht, gibt’s hier noch mehr Wissen, z.B. den Transformationsleitfaden: Gründungsberatung und Netzwerke – Gemeinschaftsgetragenes Wirtschaften. Bald auch im neuen Design 🙂
Herzlichen Gruß!
…oooh, woow…wie sehr mein Herz DAFÜR “schlägt”, merke ich gerade beim Lauschen Eurer großartigen Konversation, Ihr wundervollen Menschen!!!
Ihr berührt damit meine sehnlichste Vision “(m)eines Dorfes”, das ich liebe….
Nun kann ich mich – Dank Eurem größzügigen Teilen Eurer Expertise und Perspektiven – gezielt und tiefenermutigt ds weiterbilden…
Liebe Lotti. lieber Johannes – so schön, daß Ihr heuer hier mit dabei seid!!!
Bewegte Menschen und Herzen freuen uns besonders!
…soooo schön ;Danke….letztes Jahr durfte ich da auch schon erste Erfahrungen sammeln, indem ich an der Umstellung des “TAU Magazins” in “gemeinschaftsgetragen” mitwirkte…das war sehr beglückend für mich und mir eine große Ehre…Alles Liebe
Dagmar, Danke, schön wie deine Begeisterung durch die Zeilen spürbar wird. Und toll dass ihr das TAU Magazin erfolgreich gemeinschaftsgetragen auf die Füße gestellt habt. Stöber gern mal auf der CSX Netzwerk Seite, vielleicht ist der Transformationsleitfaden für dich auch nochmal spannend mit deinem Blick aus Praxiserfahrung, falls du ihn noch nicht kennst 🙂 Gründungsberatung und Netzwerke – Gemeinschaftsgetragenes Wirtschaften
Ma, was für ein toller Beitrag. Wir stecken grad mitten im Aufbau einer Gemeinschaftswerkstatt, die perfekt mit CSX zu beschreiben ist. Es tut so gut zu sehen/hören, dass wir nicht die einzigen Spinner sind, die neben endlosen Ehrenamtsstunden noch ordentlich reinfinanzieren, ums für alle toll zu machen. Das CSX-Netzwerk schau ich mir sicher gleich mal an. Vielen Dank für euren Summit! Tut echt gut.
Hello Jasmin,
guck dir sehr gerne zum Beispiel den Transformationsleitfaden oder auch das Handbuch für gemeinschaftsbasiertes Wirtschaften an 🙂
Kommt gerne bei einer der nächsten Veranstaltungen dazu oder meldet Euch beim Onboarding an 🙂
Genau, dafür sind wir da, damit all die tollen gemeinschaftsgetragenen Initiativen wie eure wissen, dass sie nicht alleine sind, und wir Wissen, Frust und Freude miteinander teilen können. Viel Erfolg für eure Gemeinschaftswerkstatt! Wo werkelt ihr?
Danke für den so wunderbaren Beitrag! Da verbindet sich die Idee, seine eigenen Bedürfnisse lernen wahrzunehmen und auszusprechen mit der Idee, ein gemeinschaftliches Bedürfnis (wieder)-zu-entdecken. Wir hier in München sind dabei, diese Gedanken in einem genossenschaftlichen FoodHub umzusetzen, noch sehr wirtschaftlich gedacht und gleichzeitig mit vielen Ansätzen bzw. umgesetzten Ideen wie ihr sie beschrieben habt.
Solidarisches Wirtschaften
Leider wurden die innerdeutschen Hürden durch den Gesetzgeber nicht adressiert:
hohe Zusatzkosten auf Grund von exklusiv deutschen Prüfgenossenschaften als Erbe aus der NS-Zeit im Vergleich zu einer EU-Genossenschaft,
Bürokratiehürden für Stiftungsgründungen im Vergleich zu Irland,
nahe zu Unmöglich einen Wirtschaftsverein zu gründen im Vergleich zu Österreich,
seit Jahren fehlende Verantwortungsunternehmerschaft im Vergleich zum Stewardship in GB.
Es wäre wichtig, auf Möglichkeiten zur Umgehung der deutschen Gesetzeslücken hinzuarbeiten wie eigene Prüfgenossenschaften oder EU-Genossenschaften als Gründungspartner, die nach zwei Jahren nationalisiert werden. Vereinsgründung mit wirtschaftlichen Zweckbetrieb. UnionCoop. Regionalgeld. Helfa-Netzwerk etc.